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Posts mit dem Label viktorianische Glanzbilder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Freitag, 21. August 2026

Glanzbilder: Symbolik der Hände

Du sammelst Glanzbilder aus der viktorianischen Zeit? Du interessierst dich für bestimmte Motive? Ganz besonders für die Oblaten, bei denen eine Hand oder zwei Hände in Verbindung mit Blumen und Tauben Arrangements abgebildet sind? Du weißt, was Visitenkarten des Herzens sind? Lass dich verzaubern von den Fotos und den Informationen zur Symbolik, die Miniatures Magnifiques dir zu diesen besonderen Vielliebchen gibt. 

 

Heimliche Botschafter: viktorianische Glanzbilder 

Die viktorianische Gesellschaft hatte sehr strenge Regeln - vor allem bei Gefühlsäußerungen - und dadurch entstand wohl auch die Floriographie. Die in der Victoria Zeit entworfenen und gedruckten Glanzbilder wurden genutzt, um die Gefühle des Verschenkers auszudrücken - sie fungierten als Visitenkarten des Herzens. Das gilt nicht nur für die Glanzbilder mit Blumen Motiven, die mittels der Blumensprache beim Beschenkten gedeutet werden mussten. Sondern ganz besonders - und auch viel eindeutiger bei den Glanzbildern, die Hände und Blumen in Kombination zeigten.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen in unterschiedlichen Kombinationen
viktorianische Glanzbilder mit Händen in unterschiedlichen Kombinationen

 

Warum wurden Hände als Hauptmotiv für die Visitenkarten des Herzens ausgewählt? 

Die viktorianische Symbolsprache deklarierte Hände als Symbol der Verbundenheit. Das Symbol Hand ist ja auch sprachlich eng verknüpft mit: ich reiche dir meine Hand, oder noch viel inniger: ich reiche dir meine Hand zum Bund fürs Leben. Eine Hand wurde nicht einfach nur alleine abgebildet, sondern immer in Kombination mit einem Blumenbukett und meist auch mit etwas, was die dargestellte Hand gehalten hat. Diese viktorianischen Handreichungen will ich euch vorstellen.

 

viktorianische Glanzbilder: Symbolik der Hand Motive und der Kombinationen 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit einzelner Blume

Eine einzelne Hand, die eine einzelne Blüte hält, ist im viktorianischen Zeitalter eine intime, fokussierte Geste der Zuneigung, des Erinnern oder des Abschieds. Sie drückt eine sehr gezielte Botschaft aus, wobei die genaue Bedeutung stark von der Art und auch von der Farbe der gewählten Blume in der Floriographie abhing. Wenn du den Beitrag zur viktorianischen Blumensprache gelesen hast - kannst du dann die Motive, die hinter diesen Handreichungen mit den einzelnen Blumen stehen, deuten?

 

viktorianische Glanzbilder: Hände mit einzelnen Blumen
viktorianische Glanzbilder: Hände mit einzelnen Blumen


 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit kleinem Blumenstrauß

Eine einzelne Hand, die einen kleinen Blumenstrauß hält, symbolisierte einen höflichen Flirt oder eine Aufmerksamkeit. Mehrere Blumen kombinierten verschiedene Eigenschaften, wodurch eine fein abgestimmte, mehrschichtige Nachricht entstand, die durch die Floriographie entschlüsselt werden konnte.

 

viktorianische Glanzbilder: Hände mit kleinen Blumensträußen
viktorianische Glanzbilder: Hände mit kleinen Blumensträußen

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit üppigem Blumenkorb

Eine einzelne Hand, die einen üppigen Blumenkorb hält, symbolisierte den Wunsch nach Wohlstand, großem Glück und tiefem Segen. Ein Blumenkorb äußert eine gesellschaftlich offene und feierliche Absicht und den Wunsch nach Überfluss und Wohlstand.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen und Blumenkorb
viktorianische Glanzbilder mit Händen und üppigem Blumenkorb

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit Blumenkranz

Eine einzelne Hand, die einen Blumenkranz hält, verbindet die Deutung der gebundenen Blumen aus der Floriographie mit der uralten Deutung eines Kranzes. Ein Kranz hat weder Anfang noch Ende. Er symbolisiert somit die Ewigkeit und die unvergängliche Verbundenheit.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen, die einen Kranz halten
viktorianische Glanzbilder mit Händen, die einen Kranz halten

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit Kranz vor der Manschette und Rose

Eine einzelne Hand, die vor der Manschette einen Blumenkranz zeigt, und eine große aufgeblühte Rose mit einer kleinen geschriebenen Nachricht hält, kann ein eindeutiger Liebesbrief  sein und einen visuellen Heiratsantrag darstellen. Ansonsten wird innige Freundschaft symbolisiert.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen, Kränzen, Rosen und geschriebenen Botschaften
viktorianische Glanzbilder mit Händen, Kränzen, Rosen und geschriebenen Botschaften
  

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit Rose und Gesichtern

Eine einzelne Hand, die eine Rose mit einem Gesicht hält, symbolisiert eine flüsternde Rose. Allen Blumen wurden Feen zugewiesen in der viktorianischen Gesellschaft. Und die Feen und in diesem Fall das Gesicht einer Fee hatte dann die Aufgabe, dem Beschenkten oder der Beschenkten etwas zu zuflüstern. Das eine Rose die Blume ist, die dargereicht wird, geht es hier immer um Liebe und tiefe Gefühle.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen, die eine Rose mit einem Gesicht halten
viktorianische Glanzbilder mit Händen, die eine Rose mit einem Gesicht halten

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit Blumenkranz und Kindergesichtern

Eine einzelne Hand, die einen Blumenkranz mit einem Kindergesicht hält, symbolisiert, dass die Liebe frei von Hintergedanken, absolut rein, platonisch und vollkommen arglos ist.

 

viktorianische Glanzbilder mit Händen, die Blumenkränze mit einem Kindergesicht halten
viktorianische Glanzbilder mit Händen, die Blumenkränze mit einem Kindergesicht halten

 

viktorianische Glanzbilder: einzelne Hand mit Blumen und Tauben

Eine einzelne Hand, die ein Blumenarrangement mit zwei Tauben hält, symbolisiert lebenslange Harmonie und Treue eines Paares.

 

viktorianische Glanzbilder mit Blumenarrangements und Tauben
viktorianische Glanzbilder mit Blumenarrangements und Tauben

 

viktorianische Glanzbilder: Hände reichen

Oft sind auch zwei Hände auf einem Glanzbild zu sehen. Es handelt sich bei näherem Hinsehen meist auch um eine Frauen- und um eine Männerhand. Diese Symbolik stand in der viktorianischen Gesellschaft für ewige Freundschaft, Treue oder das Besiegeln eines Versprechens, eine Verlobung oder um tiefe emotionale Verbundenheit zweier Menschen.

 

viktorianische Glanzbilder: Handreichen als Zeichen der innigen Verbundenheit
viktorianische Glanzbilder: Handreichen als Zeichen der innigen Verbundenheit

 


Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?


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📅 Zuletzt aktualisiert am: 22.08.2026

Sonntag, 2. August 2026

Poesie Alben: historische Entwicklung

Du hast oder hattest selbst ein Poesie Album? Du sammelst antike Poesiealben? Dich interessiert die historische Entwicklung der Poesie Alben? Wer hat früher die (Poesie) Alben geführt? Was wurde in die Poesie Alben hineingeschrieben? Womit wurden die früheren (Poesie) Albenblätter dekoriert? Du weißt, wie lange es schon Poesie Alben gibt? Du hast schon antike (Poesie) Alben gesehen, in die Haarlocken, Scherenschnitte oder getrocknete Blumen geklebt sind? Und du willst herausfinden, wie alt diese Freundschaftsalben sind? Mache mit Miniatures Magnifiques eine entdeckungsreiche Zeitreise durch die Entwicklungsgeschichte der Poesie- und Freundschaftsalben. 

 

(Poesie) Alben - eine Zeitreise

Poesie Alben, so, wie sie heute bekannt sind, sind die jüngsten Vertreter in der historischen Entwicklung. In früheren Zeiten hatten die Alben eine riesengroße Bedeutung - das nahm ab 1914 ab. Ich nehme euch mit auf die Zeitreise und zeige euch die einzelnen Stationen der früher sehr beliebten Alben, ihrer handschriftlichen Einträge und Widmungen und der sehr persönlichen Verzierungen der Albumblätter - die recht zeittypisch - und somit unter Umständen auch gut zu zuordnen sind. 


historische Entwicklung der Poesie Alben ab 1550
historische Entwicklung der Poesie Alben ab 1550


 

Epochen der (Poesie) Alben - akademischer Ursprung?

Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich von den viktorianischen Glanzbildern ausgegangen - und wofür diese verwendet wurden. Ganz klar, sie wurden unter anderem auch in Poesie Alben eingeklebt.  Aber womit wurden die (Poesie) Alben beklebt und dekoriert, bevor es die viktorianischen Glanzbilder gab? Gab es vor der viktorianischen Zeit schon Freundschaftsalben? Und was waren die typischen Motive und Sprüche? Wer hat die Alben geführt?

 

Epoche 1: Renaissance & Barock (ca. 1550–1770)

 

Wie wurde ein Album in der Renaissance und im Barock genannt? 

Die ältesten Vertreter der Alben wurden Buch der Freunde oder Album Amicorum genannt.  

 

Wer hat ein Album in der Renaissance und im Barock geführt - wem gehörte es und wer hat etwas eingetragen?  

Die Alben waren reine Männersache und gehörten ausschließlich männlichen Studenten - die das Album Amicorum sozusagen erfunden haben. Falls ein Student eine Studienreise plante oder die Universität verließ, gab er sein Album seinen Kommilitonen, seinen Professoren und adligen Gönnern. Die Album Einträge wurden hauptsächlich von Mitgliedern innerhalb dieser Gruppe vorgenommen - aber auch weibliche Familienmitglieder gestalteten Albumseiten.  

 

Welcher Art waren die Widmungen im Album in der Renaissance und im Barock?   

In einem Album Amicorum findet man akademische und politische Sprüche und auch Gelehrten-Zitate in deutscher, lateinischer, französischer und griechischer Sprache. Das Album diente sozusagen als Empfehlungsschreiben.

 

Womit wurden die Albumblätter und Einträge in der Renaissance und im Barock dekoriert? 

Die Albumblätter wurden sehr aufwändig und exklusiv mit handgemalten Familienwappen und professionellen heraldischen Malereien im Miniaturformat aus Künstlerhand dekoriert. Es sind ausschließlich handgefertigte Unikate.  

 

handgemalte Miniatur aus einem Amicorum
handgemalte Miniatur aus einem Amicorum 

Die oben gezeigte Collage habe ich mit einem Image von hier erstellt: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de

 

 

Epoche 2: Romantik (ca. 1770–1815)

 

Wie wurde ein Album in der Romantik genannt?  

Der Name der Alben änderte sich in Freundschaftsalben - ein Album war also nicht mehr nur den männlichen Freunden vorbehalten - sondern wurde umfassender.

 

Wer hat ein Album in der Romantik geführt - wem gehörte es und wer hat etwas eingetragen?

Das in der vorherigen Epoche rein in Männerhand entstandene und geführte Buch der Freunde geriet nun auch in Frauenhand. Es enstanden Freundschaftsalben, mit Albumblättern, die zunehmends auch von Frauen geführt und gestaltet wurden. Die ersten Alben von Frauen und jungen Mädchen aus dem Bürgertum entstanden.

 

Welcher Art waren die Widmungen im Album in der Romantik? 

In der Epoche der Romantik zogen die Gefühle in das Gesellschaftsleben ein. Vorreiter  war Goethe - er wurde auch oft in Freundschaftsalben zitiert. Die Widmungen dieser Zeit beschäftigten sich mit Gedichten über die Natur und über Freundschaft und Seelenverwandtschaften. 

 

Womit wurden die Albumblätter und Einträge in der Romantik dekoriert?  

Die Albumblätter in der Romantik waren sehr persönlich und sehr kreativ gestaltet:

  • zu den künstlerischen Beschäftigungen dieser Zeit gehörte es auch, Aquarelle zu malen. Die kleinformatigen Exemplare findet man in Alben aus dieser Epoche
  • korrespondierend zu den Gedichten über die Natur Blüten und Gräser gesammelt, gepresst und zu anmutigen Collagen auf die Albumblätter arrangiert
  • die Frauen schnitten sich sogar für eine Freundin oder eine nahestehende Albumbesitzerin eine Haarsträhne ab, flochten sie und klebten diese auf ein Albumblatt. Die geflochtenen Haarsträhnen wurden auch im späten Biedermeier weiterhin in Alben geklebt
  • der Scherenschnitt spielte bei den Frauen eine besondere Rolle. Scherenschnitte wurden in liebevoller Handarbeit mit speziellen kleinen Scheren oder rasiermesserscharfen Federmessern geschnitten
  • die Frauen in der Romantik legten sehr viel Wert auf persönliche Gestaltungen der Albumblätter. Damals gab es die Möglichkeit, ein Schattenriss-Porträt von sich selbst erstellen zu lassen. 

 

Scherenschnitt Porträt mit einem Frauenkopf
Scherenschnitt Porträt mit einem Frauenkopf

Die oben gezeigte Collage habe ich mit einem Image von hier erstellt: https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de
 

 

Du willst wissen, wie die Scherenschnitt Silhouetten hergestellt wurden und wie du Schattenriss Porträts von deinen Puppenstuben Puppen herstellen kannst? 

 

 

Epoche 3: Biedermeier (ca. 1815–1848)

 

Wie wurde ein Album in der Biedermeierzeit genannt?  

In der Biedermeierzeit hießen die Alben Stammbuch. Daher leitet sich auch der Name Stammbuchbild für die Glanzbilder ab.  Die Albumseiten der biedermeierlichen Stammbücher wurden oft als lose Blattsammlung in edlen Kästchen aufbewahrt und waren keine gebundenen Bücher.

 

Wer hat ein Album in der Biedermeierzeit geführt  - wem gehörte es und wer hat etwas eingetragen? 

Bei jungen Frauen, im engen Freundeskreis und bei bürgerlichen Familien der biedermeierlichen Gesellschaft gehörte das Führen eines Stammbuchs und das Gestalten von besonderen Albumblättern zum guten Ton.  

 

Welcher Art waren die Widmungen im Album in der Biedermeierzeit? 

Die Widmungen dieser bürgerlich geprägten Epoche behandelten das häusliche Glück. Und es sind ehrlich gemeinte und sehr direkte Liebessprüche auf den Albumseiten der Biedermeier Stammbücher zu lesen.  

 

Womit wurden die Albumblätter und Einträge in der Biedermeierzeit dekoriert?  

  • die aus schwarzem Papier gefertigten Scherenschnitte, die in der vorhergehenden Epoche aufgekommen waren - waren der biedermeierlichen Damenwelt zu düster
  • die Scherenschnitte wurden daher zusätzlich auf pastellfarbene Seidenstückchen geklebt oder auch mit pastellfarbenem Galanteriepapier hinterlegt - manchmal auch mit glänzendem goldfarbenen Papier
  • es gab die ersten gedruckten Lithographien. Die Lithographien wurden flüchtig mit wässrigen Farben handkoloriert. Diese Lithographien wurden Rosenbilder und auch - wegen der aufgedruckten Liebessprüche - Liebesmarken genannt.

 

Rosenbild - Liebesmarke mit biedermeierlichem Liebes-Spruch
Rosenbild - Liebesmarke mit biedermeierlichem Liebes-Spruch
 

 

    Du interessierst dich für die unterschiedlichen Namen, die Glanzbilder im Lauf der Jahrhunderte bekommen haben?


    Du willst wissen, wie eine Lithografie gedruckt wurde?


    Epoche 4: Viktorianische Ära (ca. 1860–1901)

     

    Wie wurde ein Album in der viktorianischen Zeit genannt?  

     In der viktorianischen Zeit entstand der Name Poesie Album, der sich bis heute erhalten hat.

     

    Wer hat ein Album in der viktorianischen Zeit geführt - wem gehörte es und wer hat etwas eingetragen? 

    Das Führen von Poesie Alben erlebte in der viktorianischen Zeit seinen absoluten Höhepunkt. Kinder, Jugendliche und junge Damen besassen prächtig gebundene Poesie Alben, die sie zum Gestalten der Albumseiten herumreichten. Es war Standard für junge Mädchen aus besserem Hause ein Poesie Album zu führen. 

     

    Die Glanzbilder Industrie boomte - von Berlin, London und Paris aus wurden die Glanzbilder in alle Welt verkauft. Die Euphorie war ein weltweiter Trend. Möglich gemacht wurde das durch die industrielle Revolution und der damit verbundenen technischen Innovationen.

     

    Welcher Art waren die Widmungen im Album in der viktorianischen Zeit? 

    Die viktorianische Gesellschaft äußerte keinerlei Gefühle - es gab sehr verschlüsselte Codes, um Gefühle auszudrücken. In dieser Zeit wurde die Floriographie entwickelt - die Glanzbilder spielten dabei eine Schlüsselrolle. Die Themen in den Widmungen waren von Moral und Weltschmerz geprägt.

     

    Womit wurden die Albumblätter und Einträge in der viktorianischen Zeit dekoriert?  

    Die viktorianische Ära bot durch die Möglichkeit der Chromolithographie und des Reliefdrucks sowie der automatisierten Stanztechnik schier unendlich viele verschiedene Glanzbilder mit wunderschönen Motiven. Die Glanzbilder gab es auch in unterschiedlichen Qualitäten mit Veredelungen wie zusätzliche Vergoldung, manuellem Belegen mit Seidenstoffen oder dem Bestreuen mit dem bis heute beliebten echten Glasglimmer. 

     

    viktorianische Glanzbilder für ein Poesie Album
    viktorianische Glanzbilder für ein Poesie Album

     

    Epoche 5: aktuell und Blick in die Zukunft

     

    Die viktorianische Zeit endete 1901 mit dem Tod Victorias. Bis 1914 wurden noch fleißig Glanzbilder gedruckt und weltweit gehandelt. In den Weltkriegszeiten wurden die Rohstoffe rationiert weil sie anderweitig gebraucht wurden. 

     

    Nach den 1940er Jahren - also nach den beiden Weltkriegen erlebte das Führen eines Poesie Albums noch kurz eine Renaissance. Allerdings konnte das Poesie Album nicht mehr den Glanz erreichen, den es in der viktorianischen Zeit hatte. Dennoch wurde und wird noch fleißig von Schulkindern - meist von Mädchen - Poesie Album geführt und von der Familie, den Lehrkräften und den Schulfreundinnen und Schulfreunden wurden und werden Widmungen geschrieben und die Albumseiten gestaltet. In den letzten 40 Jahren kamen auch mehr und mehr die selbstklebenden Sticker mit allerlei nostalgischen und auch modernen Motiven auf - die Symbolik der viktorianischen Zeit ist scheinbar komplett verloren gegangen. 

     

    Ob es wohl in naher Zukunft auch noch Poesie Alben geben wird? In Zeiten der sozialen Medien, der Handys & Laptops? Jemandem ein Abbild und eine persönliche Nachricht von sich selbst zu schicken ist ja mittels eines Selfies und elektronischer Nachrichtendienste kinderleicht geworden. 

     

    Kein Ausschneiden, kein Hinterkleben, kein Aquarellieren, kein Colorieren, kein Aufkleben - keinerlei Handarbeit und kein kunsthandwerkliches Geschick mehr nötig. Ob wir es vielleicht einfach mal wieder versuchen sollten? Ein Album selbst zusammenstellen und Albumseiten gestalten - macht dieser Beitrag nicht Lust darauf? Und dann unwiderbringliche Erinnerungen, angefertigt von einem lieben Menschen - in Händen und in Ehren halten?

     


    Du willst ein Poesie Album im Maßstab 1:12 basteln und brauchst ein kostenloses Printy dazu?



    Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?


    Viel Spaß bei dieser Zeitreise durch die Entwicklung der Poesie Alben und beim Anlegen eines Poesie Albums

    eure Bastrota

     

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    📅 Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2026

Sonntag, 26. Juli 2026

Glanzbilder: wie nennst du sie?

Wie nennst du die viktorianischen und die vintage Glanzbilder? Lackbildchen? Poesiebildchen? OblatenScraps? Hier werden die vielen unterschiedlichen Namen, die Glanzbilder haben, vorgestellt. Auch die Namensherkunft wird in diesem Betrag beleuchtet - bin gespannt, ob du weißt, woher sich die Namen Vielliebchen, Philippchen und Stampfersblumen ableiten. Eine vergnügliche Reise in die Namenswelt und die Vergangenheit der Glanzbilder wünscht dir Miniatures Magnifiques.

 

Wie nennst du die Glanzbilder?

📋 Glanzbilder sind nicht nur in Deutschland - sondern weltweit  - unter ganz unterschiedlichen Bezeichnungen bekannt – wahrscheinlich gibt es noch sehr viel mehr Namen dafür? 

 

Albumbildchen 

Bilder für ein (Poesie)Album 

 


Bogenbilder

der Name leitet sich vom Herstellungsverfahren - bzw. vom Druckverfahren der Glanzbilder als Bogenware ab

Du interessierst dich für das Steindruckverfahren der viktorianischen Glanzbilder in Bögen?



Chromos

Kurzform für Chromolithografien auch in Frankreich und Belgien. In diesen Ländern lag der Fokus der Sammler immer sehr stark auf der hohen Qualität des mehrfarbigen Steindrucks 

Du interessierst dich für das Steindruckverfahren der viktorianischen Glanzbilder?



Die-Cuts

der in den USA gebräuchliche Name bezieht sich rein auf die Technik. „Die-cutting“ bedeutet maschinelles Stanzen und beschreibt die Bilder, die bereits komplett ausgestanzt in Bögen geliefert wurden 

 


Dressed Scraps

manche sehr edle Glanzbilder wurden noch zusätzlich sehr kunstvoll und in Handarbeit mit Seide beklebt 

Du willst wissen, wie die Dressed Scraps hergestellt wurden?



Fabric-dressed Die-Cuts

manche sehr edle Glanzbilder wurden noch zusätzlich sehr kunstvoll und in Handarbeit mit Seide, Samt und anderen edlen Stoffen beklebt 

Du willst wissen, wie die Fabric-dressed Die-Cuts hergestellt wurden?



Glanzbilder

der Name ergibt sich daraus, dass eine Veredelungsschicht aus Gummi arabicum oder gebleichtem Schellack auf die Bildchen aufgetragen wurde, die für ein glänzendes Aussehen sorgte 

Du interessierst dich für die Glanzlackschicht der viktorianischen Glanzbilder?



Glanzbitzen 

regionale schweizerische Namensvariation für Glanzbilder. Bitz ist übersetzt ein kleines Stückchen oder ein bisschen

 


Images d’Épinal

in Frankreich war das ursprünglich ein Name für gedruckte Bilderbögen aus der Stadt Épinal. Später wurde der Begriff in Frankreich oft als Sammelbegriff für bunte Ausschneidebilder genutzt 

 


Kieksbildchen

eine historische Bezeichnung, die in Norddeutschland üblich war. Der Name bezieht sich auf das Wort kieken - also gucken oder anschauen. Glanzbilder sind dann in der Übersetzung Guck-Bilder oder Bilder, die man sich gerne und öfter anschaut.

 


Kleebildchen

es gab in der viktorianischen Zeit einen Brauch, der das Essen anbetraf: wenn man beim Essen eine Zwillingsfrucht fand – zum Beispiel eine Haselnuss oder eine Mandel mit zwei Kernen in einer Schale –wurde das brüderlich geteilt mit einem geliebten Menschen. 

 

Ab diesem Zeitpunkt lief eine Wette: gewonnen hat die Wette derjenige, der am nächsten Morgen beim ersten Zusammentreffen mit dem Menschen, mit dem man die Zwillingsfrucht geteilt hatte, als Erster mit dem Satz Guten Morgen, Vielliebchen grüßte.

 

Wer die Wette verloren hatte, musste dem Gewinner ein Geschenk machen. Das waren häufig Glanzbilder mit einem glücksbringendem vierblättrigen Kleeblatt Motiv. Davon leitet sich der Name Kleebildchen ab

 
viktorianisches Glanzbild: Kleebildchen - mit Kleeblatt Motiv
viktorianisches Glanzbild: Kleebildchen - mit Kleeblatt Motiv



Lackbildchen

der Name ergibt sich aus der glänzenden Veredelungsschicht aus Gummi arabicum oder gebleichtem Schellack für die Bildchen - sie wurden sozusagen lackiert 

Du interessierst dich für die Lackschicht der viktorianischen Glanzbilder?



Lebkuchenbilder

Bilder mit passenden Motiven wie Nikolaus, Hänsel und Gretel usw. wurden anfangs auf Lebkuchen geklebt - und so ist dieser Name entstanden 

 


Liebesmarken

sind manuell kolorierte Lithographien und in der Biedermeierzeit 1815-1848 entstanden. Du willst mehr darüber wissen? Dann hab ich hier was für dich: historische Entwicklung der Poesie Alben 

 

Liebesmarke - Rosenbild aus der Biedermeierzeit mit Liebesspruch
Liebesmarke - Rosenbild aus der Biedermeierzeit mit Liebesspruch

 


Maßliebchen

der alte Name wird abgeleitet von den Blumen Motiven, die auf Glanzbildern zu sehen sind. Maßliebchen ist ein anderer Name für das Gänseblümchen oder das Tausendschönchen. Hier findest du mehr Infos zur Blumensprache und der Bedeutung der einzelnen Blumenarten: Floriographie & die viktorianische Gesellschaft 

 


Oblaten

in Deutschland ist das wohl der älteste Begriff für die Glanzbilder. Die Bilder wurden anfangs mit eßbarem Stärkekleister auf Lebkuchen, Plätzchen und Gebäck geklebt - und so bürgerte sich dieser Name ein. Die Lebkuchen mit Nikolausoblaten gibt es auch heute noch zu kaufen. 

 


Philippchen

ein anderer Name für Vielliebchen 

 


Poesie(album)bildchen

Bildchen für ein Poesiealbum - ein moderner Begriff aus dem 20. Jahrhundert 

 


Reliefbilder

ein Begriff, der die technische Verarbeitung der Bilder anspricht: das Prägen der Bilderbögen 

 


Rosenbilder

sind manuell kolorierte Lithographien und in der Biedermeierzeit 1815-1848 entstanden. Du willst mehr darüber wissen? Dann hab ich hier was für dich: historische Entwicklung der Poesie Alben 

 

in der viktorianischen Zeit entwickelte sich eine Blumensprache in Verbindung mit den Bildchen - und Rosen waren die beliebtesten Blumenmotive. Du willst mehr darüber wissen? Lies gerne mal hier: Blumensprache in der viktorianischen Gesellschaft 

 


Scraps

Standardbegriff für die Bildchen im viktorianischen England. Wörtlich übersetzt bedeutet es Schnipsel oder Reste, weil die Viktorianer die Bildchen in Alben zu kunstvollen und liebevoll zusammengestellten Collagen arrangierten. Der Begriff Scrapbook leitet sich davon ab 

 


Stampfersen

ausgestanzte Bilderbögen mit Blumenmärchen und Elfen Motiven wurden im 20. Jahrhundert Stampfersen genannt. Abgeleitet wurde der Name Stampfersen vom Wort Stampfersblumen 

 


Stampfersblumen

der Begriff ist ein regionaler Begriff aus Ostdeutschland. Der Begriff beschreibt den sehr lauten Vorgang des Ausstanzens der bedruckten Bilderbogen mit einer Maschine: das Ausstampfen. Da extrem viele Bögen mit Blumenmotiven in der viktorianischen Zeit hergestellt wurden, ergab sich der Name Stampfersblumen 

Du interessierst dich für das Herstellungsverfahren für viktorianische Glanzbilder?



Stammbuchbilder

in der viktorianischen Zeit hießen Poesiealben noch Stammbücher. Die Bilder, die dort hineingeklebt wurden, nannte man dann entsprechend Stammbuchbilder 

 


Stammbuchblümchen

da in viktorianische Poesiealben - die damals Stammbücher hießen - hauptsächlich Glanzbilder mit Blumenmotiven eingeklebt wurden, hat sich daraus der Name ergeben. Warum hauptsächlich Blumenmotive in die Stammbücher geklebt wurden? Lies gerne diesen interessanten Blogbeitrag: viktorianische Glanzbilder und der visuelle Code 

 


Tauschbildchen

da der Name leitet sich davon ab, dass - vor allem in der viktorianischen Zeit - die Glanzbilder getauscht wurden

 


Vielliebchen

im 19. Jahrhundert gab es ein bei der viktorianischen Gesellschaft sehr beliebtes Wettspiel - es hieß Vielliebchen-Essen. Wenn man beim Essen eine Zwillingsfrucht fand – zum Beispiel einen doppelten Nusskern in einer Schale –, teilte man diese mit einem besonderen Menschen. Wer am nächsten Morgen beim ersten Zusammentreffen mit dem Menschen, mit dem man die Zwillingsfrucht geteilt hatte, als Erster mit dem Satz Guten Morgen, Vielliebchen grüßte, hatte gewonnen. Der Verlierer musste dem Gewinner ein kleines Geschenk machen. Häufig wurden die viktorianischen Glanzbilder, die ja sehr in Mode waren, als kleine Gewinne oder als Liebespfand überreicht. Bei den Bildchen waren vor allem Motive mit vierblättrigem Klee oder Hufeisen - beides Glückssymbole - beliebt. So ging der Name des Wettspiels Vielliebchen-Essen direkt auf die überreichten Geschenke - also auf die viktorianischen Glanzbilder - über 

 


 

Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?


Kennst du noch weitere Namen für die Glanzbilder? Ich freue mich sehr, wenn du sie mir in einem Kommentar schreibst. Wenn du nicht möchtest, dass dein Kommentar veröffentlicht wird, kannst du das auch dazu schreiben - die Kommentare werden moderiert und so werde ich deinen Kommentar dann nicht veröffentlichen.

 

Viel Spaß beim Fachsimpeln über die unterschiedlichen Namen der Glanzbilder

eure Bastrota 

 

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📅 Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2026

Freitag, 24. Juli 2026

viktorianische Glanzbilder: Herstellung

Du weißt schon, dass viktorianische Glanzbilder Chromolithographien und echte kleine Kunstwerke der Druckkunst sind? Du willst wissen, wie das Druckverfahren in der viktorianischen Zeit funktioniert hat? Und wie im 19. Jahrhundert bereits massenhaft Vielliebchen gedruckt und gestanzt werden konnten? Und wie es möglich war, dass die kleinen Bildchen mit einer enormen Präzision hergestellt wurden? Willst du ein Glanzbild mit Rotkäppchen Motiv sehen bei welchem der Druckprozess animiert ist? Lass dir Schritt für Schritt zeigen von Miniatures Magnifiques, wie viktorianische Glanzbilder durch ein Flachdruckverfahren auf Steinplatten gefertigt wurden

 

Wie wurden die viktorianischen Glanzbilder hergestellt?

Lithographie Schnellpresse für Flachdruck von 1880
Lithographie Schnellpresse für Flachdruck von 1880

 

Die 10 Herstellungsschritte der viktorianischen Glanzbilder 

Schritt 1: ✋ Entwurf der viktorianischen Glanzbilder durch einen Künstler

Die viktorianischen Künstler haben die Glanzbilder Motive ganz im Geschmack ihrer Zeit entworfen. Sie hatten für ihre Entwürfe eine Vielzahl von Farben zur Auswahl - es gab eine bunte Palette an Druckfarben, um die Glanzbilder drucken lassen zu können.


Du interessierst dich für die Druckfarben für viktorianische Glanzbilder?

Die viktorianischen Künstler kannten sich auch sehr gut aus mit der Verschlüsselung von Botschaften, welche durch die Glanzbilder überbracht wurden. Die Motive und auch die Farbauswahl spielten eine große Rolle bei der Florigraphie der viktorianischen Gesellschaft.


Du interessierst dich für die Floriographie der viktorianischen Glanzbilder?

Schritt 2: ✋ Erstellen der Drucksteine – Teil 1: Schleifen der Drucksteine

Die Drucksteine waren 8 bis 10 cm dicke Solnhofener Kalksteinplatten, deren Oberflächen perfekt glatt geschliffen wurden. Der Schleifstaub wurde sorgfältig abgewaschen und die Kalksteinplatten wurden getrocknet.

Schritt 3: ✋ Erstellen der Drucksteine – Teil 2: originaler Druckstein

Ein Lithograph übernahm die künstlerischen Entwürfe der Glanzbilder und übertrug die Motive spiegelverkehrt auf die Steinplatten. Eine Zeichnung mit fettigen Linien und Flächen wurden auf die Kalksteinplattenoberflächen gezeichnet. 

 

Alles, was mit der zu druckenden Farbe auf dem Glanzbild zu sehen sein sollte, musste der Lithograph als Fettlinienschicht aufzeichnen. Als Zeichenmedium benutzte der Lithograph lithografische Tusche und auch lithografische Kreide. Sowohl die lithografische Tusche als auch die lithografische Kreide bestanden aus Fett, Wachs, Seife und Ruß.

 

Für jede Farbe, die gedruckt werden sollte, musste ein extra originaler Druckstein angefertigt werden. Pro Glanzbilder Motiv konnten zwischen 20 und 24 verschiedene originale Drucksteine mit Zeichnungen aus fettigen Linien und Flächen benötigt werden um dann alle Farben nacheinander und übereinander zu drucken.

Schritt 4: ✋ Ätzen der Drucksteine

Die originale Steinplatten, auf die die fettigen Linien und Flächen aufgetragen waren, wurden dann mit einer Mischung aus Gummi Arabicum und einer stark verdünnten Salpetersäure bestrichen. Diese Oberflächenbehandlung bewirkte ein Ätzen der Steinplatten: die gezeichnete Fettlinienschicht verband sich fest mit der Steinoberfläche und die nicht bezeichneten Flächen wurden etwas poröser und somit vorbereitet für die spätere Wasseraufnahme. Auch die im Schritt 5 beschriebenen Maschinensteine wurden dem Ätzprozess unterzogen.

Schritt 5: ✋ Erstellen der Drucksteine – Teil 3: Maschinenstein für den Flachdruck

Man konnte mit einer mit der Fettlinienschicht bezeichneten und danach geätzten Steinplatte mehrere Tausend Abzüge machen. Der Run auf die Glanzbilder war aber in der viktorianischen Ära riesengroß - und so wurden die originalen Drucksteine nicht zum Drucken der Glanzbilder verwendet. Sie wurden geschont und kamen nach dem Schritt 5 ins Archiv der Druckerei und stellten einen kapitalbringenden und wohlgehüteten Schatz der Druckereien dar. 

 

Umdruckverfahren - Transferlithographie 

Statt die originalen Drucksteine zum Drucken der Glanzbilder zu verwenden, wurde mittels des Umdruckverfahrens eine Kopie hergestellt:  

die Glanzbildermotive wurden von der originalen Steinplatte mit einer Spezialfarbe auf ein speziell beschichtetes Papier gedruckt. Dieser Papierdruck wurde auf eine zusätzlich vorbereitete Steinplatte aufgepresst - das war der chemische Übertrag der Zeichnung. Die so bedruckte Steinplatte wurde Maschinenstein genannt. 

 

Der Maschinenstein war meist sehr groß und konnte mehrere verschiedene Druckvorlagen für verschiedene Oblaten aufnehmen. Mit einem Maschinenstein konnten 3.000 bis 10.000 perfekte Drucke ausgeführt werden. Danach wurden die Maschinensteine geschliffen und erneut durch die Transferlithographie zum Drucken vorbereitet.

Schritt 6: ✋ Drucken der Papierbögen: Perfektion mit einem genialen System

das Drucken im Chromolithographie Verfahren läuft folgendermaßen ab: jeder geätzte Maschinenstein wird mit einem Schwamm und Wasser abgewischt. 

 

Da, wo die Fettfilmstellen sind, wird das Wasser abgestossen. Auf den porösen Stellen wird das Wasser angenommen. 

 

Die Druckfarbe, die auf einer Fett-Ölbasis beruht, wird mit einer Walze auf den Maschinenstein aufgewalzt. Die Stellen, die das Wasser aufgesaugt haben, stoßen die fettige Druckerfarbe ab. An den Fettfilmstellen – also da, wo der Lithograph seine fettige Zeichnung angelegt hat, bleibt die fettige Druckerfarbe haften – Fett trifft auf Fett und haftet daran. 

 

Ein Papierbogen wird auf den Maschinenstein gepresst und somit wird er mit der ersten Farbe bedruckt, dann folgt der zweite Maschinenstein mit der zweiten Farbe. Das läuft solange weiter, bis alle benötigten Farben auf den Papierbogen gedruckt wurden. Das kann dann bis zu 24 Mal sein. 

 

Ich habe mal mit einem Bildbearbeitungstool ein Glanzbild in verschiedene Farbgruppen zerlegt - das sind jetzt nur 10 einzelne Bilder - aber man kann schon gut erkennen, wie so ein Glanzbild nach und nach mit jeder weiteren Farbe mehr Gestalt annimmt.

 

mögliche Stationen eine viktorianischen Glanzbilds beim Druckprozess
mögliche Stationen eine viktorianischen Glanzbilds beim Druckprozess

 

Die Maschinensteine werden vor dem nächsten Druck wieder feucht abgewischt und der Druckvorgang konnte erneut ausgeführt werden.

 

Nadel-Passersystem 

Beim Drucken der Papierbögen mussten die viktorianische Drucker sehr präzise arbeiten – der zu bedruckende Papierbogen durfte nicht ein einziges Mal verrutschen. 

Die viktorianischen Drucker waren hervorragende Meister ihrer Kunst – und sie nutzten ein geniales mechanisches Nadel-Passersystem: auf dem allerersten originalen Druckerstein gravierten sie am Rand zwei winzige Passerkreuze ein. 

 

Die beiden Passerkreuze wurden beim allerersten Druckgang auf jeden Papierbogen mit aufgedruckt. An der Druckpresse waren zwei feine, spitze Nadeln befestigt. Bevor der Papierbogen auf den zweiten und jeden weiteren Maschinenstein gepresst wurde, spießte der Drucker den Papierbogen mit den gedruckten Kreuzen exakt auf diese beiden Nadeln auf. Die Nadeln hielten den Papierbogen somit im exakt gleichen Winkel und Abstand auf jedem Maschinenstein - und so blieb alles an seinem Platz. 

 

viktorianisches Glanzbild mit Rotkäppchen Motiv simuliert den Druckprozess
viktorianisches Glanzbild mit Rotkäppchen Motiv simuliert den Druckprozess


Schritt 7: ✋ Lackieren der Druckbögen

Nach dem Drucken und dem Trocknen wurde auf die Papierbögen eine Lackschicht mit breiten Pinseln oder Walzen aufgetragen. Die Lackschicht war ein Naturprodukt und bestand entweder aus einer Dextrin Stärkegummilösung, einer Gummi Arabicum Lösung oder bei den teureren Glanzbilder Exemplaren aus weißen und gebleichtem Schellack. 

 

Was ist Schellack? 

Die Schellacklösung bestand aus dem Sekret einer Lackschildlaus und Spiritus. Ungebleichter Schellack ergibt eine bernsteinfarbene Lösung. Das wäre komplett ungeeignet als Lackschicht für die Glanzbilder gewesen. In den 1820-30er Jahren wurde ein Verfahren entwickelt, um die störenden Farbstoffe aus dem Schellack durch Chlorbleiche zu entfernen. Gleichzeitig wurde ein Verfahren entwickelt, um die Harze, die eine Schellacklösung weiß trüben können, zu entfernen. Das Ergebnis war der weiße und gebleichte Schellack - ein hervorragender Lack für die viktorianischen Glanzbilder.

 

Beim Trocknen der aufgetragenen Lackschicht bildete sich eine transparente Schutzschicht. Danach sahen die Bögen lackiert und seidig glänzend aus – der charakteristische Lackglanz war auch mitbestimmend für die Namen Lackbildchen und Glanzbild.  

 

Die Lackschicht sorgte nicht nur dafür, dass die Druckfarben der viktorianischen Glanzbilder noch mehr intensivere Leuchtkraft bekammen, sie schützte sie gleichzeitig vor Luftsauerstoff und auch noch vor Abrieb. Somit ist erklärbar, warum die kleinen Papierbildchen trotz ihres Alters meist in guter Kondition sind und farblich nichts von ihrer Schönheit eingebüßt haben.

Schritt 8: ✋ Prägen der Druckbögen: Relief-Prägedruck 

Die viktorianischen Graveure fertigten ein metallenes Formenpaar an: eine Patrize = Oberform, Stempel und eine Matrize = Unterform. Die bedruckten und lackierten Druckbögen wurden in eine spezielle Presse mit dem Formenpaar gelegt und unter sehr hohem Druck - manchmal auch unter Zugabe von Hitze - gepresst. 

 

Der Relief-Prägedruck diente dazu, an den erhabenen Stellen der Glanzbilder das Licht besser einzufangen, um eine plastische Wirkung zu erzielen.  Die Prägungen werden auch unterschiedlich tief – am besten erkennt man das, wenn man die Vielliebchen auf die Rückseite dreht und so betrachtet. Wenn du mit dem Finger darüberstreichst, kannst du die Prägung auch erspüren. Bei modernen Glanzbilder Nachdrucken fehlt häufig diese tiefe und charakteristische Prägung. 


Schritt 9: ✋ Ausstanzen der Druckbögen

Auf die Druckbögen waren meist mehrere Glanzbilder – meist thematisch zusammenhängend als Bogenware - gedruckt. Zu Beginn der Glanzbilder Euphorie in der viktorianischen Zeit wurden die Druckbögen nicht ausgestanzt. Sie wurden im nicht ausgestanzten Zustand verkauft - und dann in Handarbeit von den Käufern oder den Beschenkten - meist Kindern - mit einer Schere ausgeschnitten. 

 

Sobald eine maschinelle Ausstanzung möglich war, wurden die Zwischenräume zwischen den einzelnen Glanzbilder Motiven mit einer Maschine herausgestanzt – nur die Motive selbst und die wenige Millimeter breiten Verbindungsstege blieben erhalten. So konnten die Glanzbilder bogenweise verkauft werden und zum Weiterverarbeiten mussten lediglich die Stege mit einer Schere zerschnitten oder vorsichtig abgezupft werden.


Zufallsfund: du willst einen viktorianischen Glanzbilderbogen sehen, bei dem fast alle Teile - aber eben nicht alle Teile ausgestanzt wurden?


Du willst ein einzelnes viktorianisches Glanzbild sehen, bei dem einige Teile ausgestanzt wurden?

Schritt 10: ✋ Luxus-Veredeln der Druckbögen

Wahre Luxusemplare unter den viktorianischen Glanzbildern wurden zusätzlich noch veredelt:

 

Glasglimmer mit silbrigem Funkeln

  • den silbrig funkelnden Glasglimmer, der auch Glasflitter oder Eisglimmer genannt wurde, kennt vermutlich jede/r, der schon mal mit Glanzbildern zu tun hatte. Glasglitter ist ein Begriff, den ich im Sparachgebrauch häufig lese und höre.
  • die Glanzbilder werden gezielt an den gewünschten Stellen mit Leim bestrichen und der Glasglimmer wird auf den noch feuchten Leimstellen gestreut - nach dem Trocknen ist die Beglimmerung fertig 

 

Vergoldung mit dem Bronzierverfahren

  • zum Vergolden der massenhaft produzierten viktorianischen Glanzbilder wurde aus Kostengründen kein Blattgold verwendet 
  • die viktorianischen Drucker nutzten eine geniale und günstigere Methode zur Vergoldung der Glanzbilder: das Bronzierverfahren mit Flittergold, welches auch Rauschgold oder Muschelgold genannt wurde
  • für das Bronzierverfahren bedruckten die viktorianischen Drucker im letzten Druckgang die Stellen, die später goldfarben glänzen sollten, mit einem klebrigen gelbbraunen Lack, dem Ocker-Firnis. Solange der Ockerfirnis noch feucht war, wurden die Druckbögen mit einem hauchfeinen Metallpulver eingepustet oder mit Samtkissen abgerieben
  • das Metallpulver bestand aus Messing
  • je nach Mischungsverhältnis der Messinglegierung konnte man den Farbton von rötlichem Kupfergold bis hin zu hellem Grüngold steuern
  • nach dem Trocknen bürsteten die viktorianischen Drucker das überschüssige Pulver vorsichtig ab
  • die auf dem Druckerbogen haftenden Metallpartikel wurden durch eine anschließende Relief-Prägung zusammengepresst und dadurch entstand eine spiegelglatte, täuschend echt aussehende Goldschicht

 

Seidenstoff Belegung 

  • seidenstoffbelegte Glanzbilder, die im Englischen als Dressed Scraps oder Fabric-dressed Die-Cuts bezeichnet werden, sind die absoluten Luxusglanzbilder aus der viktorianischen Zeit


Du interessierst dich für die vielen verschiedenen Namen, die viktorianische Glanzbilder haben?


  • Dressed Scraps oder Fabric-dressed Die-Cuts sind heutzutage sehr selten zu finden und dementsprechend teuer
  • bei diesen ganz besonderen Glanzbildern wurden einige Partien des Papiers wie zum Beispiel die papierene Kleidung oder die Flügel der gedruckten Figuren durch echten Seidenstoff, Satin, Samt oder Spitze - textile Spitze oder auch Papierspitze - ersetzt oder überlagert 
  • die Herstellung war extrem aufwändig und kombinierte die meisterliche Drucktechnik mit filigraner Handarbeit - das wurde oft in Heimarbeit von Frauen und älteren Kindern ausgeführt
  • zuerst wurde das Motiv ganz normal im Steindruck gedruckt
  • die Bereiche, die später aus Stoff bestehen sollten wurden flächig freigelassen oder so gestanzt, dass ein Fenster oder zumindest eine Vertiefung im Papier entstand
  • kleine Stücke echter, feiner Seide wurden manuell in winzige Falten gelegt, gerafft oder drapiert, um den Faltenwurf eines echten Kleidungsstückes oder eines Engelflügels dreidimensional zu imitieren
  • die vorbereitete Seide wurde passgenau auf das Papier geklebt
  • als Klebstoff wurde das glasklare Gummi Arabicum genutzt, damit der damals genutzte Leim nicht durch die feine Seide durchschlug und hässliche Flecken hinterließ
  • die Viktorianer liebten Dreidimensionalität verbunden mit einer angenehmen Haptik - und ein  flaches Glanzbild war für ganz besondere Anlässe nicht ausdrucksstark und edel genug
  • Glückwunschkarten mit Dressed Scraps, die in aufwendiger Handarbeit verziert mit dem teuren Luxusgut Seidenstoff waren schon im 19. Jahrhundert deutlich teurer als normale Glanzbilder und wurden meist nur für ganz besondere Anlässe wie den Valentinstag oder für das Neujahrsfest verwendet


Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?


DIY: echten Glasglimmer selbst herstellen
 
Du willst echten Glasglimmer selbst herstellen?
 

 

Ich hoffe, dass ich euch mit meiner Faszination für die Technik der Chromolithographie begeistern konnte

eure Bastrota 

Markennamen werden hier rein beschreibend und zur Information verwendet. Details dazu findest du im Impressum


📅 Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2026

Mittwoch, 22. Juli 2026

viktorianische Glanzbilder: Druckerfarben

Du hast viktorianische Glanzbilder und fragst dich, warum sie so brillant wirken und so eine fantastische Ausstrahlung haben? Das liegt unter anderem an der Herstellungstechnink und auch vor allem an den Druckerfarben und den Farbpigmenten, die die viktorianischen Fachleute benutzt haben. Die Druckerfarben für die viktorianischen Glanzbilder hatten es aber in sich - und das im wahrsten Sinne des Wortes 💥. Wenn du das Geheimnis der Brillanz und der Leuchtkraft der viktorianischen Glanzbilder Kunstwerke ergründen willst - dann bietet sich dieser Blogbeitrag bestens an. Miniatures Magnifiques stellt dir die Zusammensetzung der Druckerfarben und die eingesetzten Farbpigmente für die viktorianischen Meisterwerke im Miniaturformat von A-Z vor. 

 

farbenfrohe Glanzbilder aus der viktorianischen Zeit
farbenfrohe Glanzbilder aus der viktorianischen Zeit

 

Wie wurden Druckerfarben für Glanzbilder in der viktorianischen Zeit hergestellt?

Die viktorianischen Drucker stellten die Druckerfarben für die Glanzbilder in einer pastösen Form her:

 

Bindemittel + Farbpigment = Druckerfarbenpaste für Glanzbilder

 

Die Drucker nutzten als Bindemittel gekochte Leinöl-Firnis. Diese Firnis war zäh, klebrig, fettig und wischfest. Das waren die Voraussetzungen für das Chromolithographie Druckverfahren.

 

Farbpigmente für viktorianische Glanzbilder A-Z

Die viktorianische Farbpalette für Druckerfarben für die Chromolithographie ist erstaunlich groß. Genutzt wurden natürliche Mineralien, tierische und pflanzliche Produkte und chemisch erzeugte Farbpigmente.

 

viktorianische Glanzbilder: blaue Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich blauen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich blauen Farbtönen

 

Berliner Blau = Preußisch Blau 

  • das absolute Standard-Blau der viktorianischen Ära
  • das Berliner Blau war ein künstlich erzeugtes Eisenpigment, extrem farbstark, tiefdunkel und lichtecht
  • Berliner Blau wurde als Farbpigment genutzt um Nachthimmel oder dunkle viktorianische Mäntel zu färben Kobaltblau

Kobaltblau 💰💰💰

  • Kobaltblau ist ein sehr teures Produkt, welches aus Kobaltoxid gewonnen wurde und immer noch gewonnen wird
  • Kobaltblau ist dir sicher bekannt, wenn du das Zwiebelmuster Porzellangeschirr kennst: die Bemalung des Dekors ist mit dem edlen Kobaltoxid vorgenommen worden 
  • der Name Kobalt leitet sich davon ab, dass das Erz im Bergwerk abgebaut wurde und die Bevölkerung dachte, dass Kobolde dieses Oxid aus dem Berg holen 

Ultramarinblau natürlich 💰💰💰

  • das natürlich gewonnene Ultramarinblau wurde  aus Lapislazuli gewonnen
  • das natürliche Ultramarinblau war teurer als Gold

Ultramarinblau synthetisch 

  • 1828 gelang die künstliche Herstellung eines Farbpigments für das Ultramarinblau
  • dieses leuchtende, leicht violett-rötliche Blau wurde hauptsächlich für die Gewänder von Engeln und Madonnen genutzt  

 

viktorianische Glanzbilder: braune Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich braunen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich braunen Farbtönen

 

Sepia

  • Sepiabraun wurde gewonnen aus dem Tintenbeutel von Tintenfischen
  • Sepiabraun verlieh den viktorianischen Glanzbildern warme, bräunliche Schattierungen und weiche Übergänge

Sienna

  • Siennabraun ist ein klassisches, gebranntes Erdpigment aus Italien welches tiefe und satte Brauntöne lieferte
  • Siennabraun wurde eingesetzt als Fabpigment für Baumstämme, Tierfell oder Haare

Umbra

  • Umbra ist mehr oder weniger identisch mit dem gebrannter Sienna

 

viktorianische Glanzbilder: gelbe Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich gelben Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich gelben Farbtönen

 

Chromgelb 💥💥💥

  • dieses aus Bleichromat hergestellte Pigment wurde von den viktorianischen Druckern bevorzugt, um ein strahlendes, feuriges Gelb zu erzielen
  • das warme Gelb wurde für Sonnenschein und für die Darstellung von Blumen und Obst verwendet
  • der Haken an dieser schönen Farbe: das hochgiftige Bleichromat enthält sehr viel Blei 

Gelber Ocker

  • eine natürliche, ungiftige Tonerde für sanftere, erdige Gelbtöne

Neapelgelb = Antimongelb 💥💥💥

  • ein warmes, sandiges Gelb, das chemisch auf Blei und Antimon basierte.

 

viktorianische Glanzbilder: graue Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich grauen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich grauen Farbtönen

 

Schiefergrau

  • Schiefergrau wurde aus fein gemahlenem Schiefer erzeugt
  • Schiefergrau ergab neutrale Grautöne, die für Schattierungen genutzt wurden

 

viktorianische Glanzbilder: grüne Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich grünen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich grünen Farbtönen

 

Chromoxydgrün

  • ein sehr stabiles, mattes, olivartiges Grün
  • absolut ungiftiges Farbpigment
  • unempfindlich gegen Licht - also lichtbeständig

Grüne Erde (Terra Verte)

  • ein sehr dezentes, natürliches Mineral 
  • für blasse, im Hintergrund liegende Blätter und Schatten 

Saftgrün

  • ein organisches Pigment, das aus den eingedickten Beeren des Kreuzdorns gewonnen wurde
  • ein wunderschönes, transparentes Pflanzengrün

Schweinfurter Grün (Smaragdgrün) 💥💥💥

  • das leuchtendste, brillanteste Grün der viktorianischen Ära
  • es wurde exzessiv für Frühlingswiesen, Blätter oder die Kleider von Elfen auf den Glanzbildern eingesetzt 
  • der Haken: das Schweinfurter Grün bestand aus Kupferarsenit und war wegen des hohen Arsenanteils hochgradig giftig 
  • in feuchten Poesiealben konnte es sogar giftige Gase freisetzen  

 

viktorianische Glanzbilder: orange Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich orangen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich orangen Farbtönen

 

Chromorange 💥💥💥

  • dieses Pigment wurde aus Bleichromat hergestellt und war eindeutig das bevorzugteste im 19. Jahrhundert, um ein schönes Orange zu erzielen
  • das warme strahlende Orange wurde für die Darstellung reifer Früchte und auch für Blumen verwendet
  • leider enthält Bleichromat sehr viel Blei - und war somit hochgiftig

 

viktorianische Glanzbilder: rosa - pink Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich rosa - pinken Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich rosa - pinken Farbtönen

 

rosa: Mischung aus Karminrot + Bleiweiß 💥💥💥

  • der weitaus häufigste Weg für sanfte Rosatöne war das Mischen des organischen Karminrots, welches aus der Cochenilleschildlaus gewonnen wurde mit dem hochdeckenden Bleiweiß
  • Karminrot allein war ein tiefes, blaustichiges Rot
  • erst durch das Aufhellen mit Bleiweiß entstand das typische, zarte viktorianische Rosa 

rosa: Krapplack (Alizarin)

  • gewonnen aus der Wurzel des Färberkrapps
  • dieser natürliche Farbstoff lieferte ein wunderschönes, transparentes Rosa

pink: Krapplack (Alizarin)

  • die viktorianischen Drucker nutzten den Krapplack oft als letzte, transparente lasurartige Schicht über anderen Farben, um ein tieferes, fast leuchtendes Pink zu erzeugen

pink: Eosin und Fuchsin 

  • künstliche Anilinfarben gab es ab 1860: die Chemieindustrie führte synthetische Farbstoffe wie Eosin oder Fuchsin ein
  • diese ermöglichten erstmals ein extrem knalliges, fast schon neonartiges Pink und Magenta, das billig war und somit für den Massendruck der viktorianischen Glanzbilder ideal war

 

viktorianische Glanzbilder: rote Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich roten Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich roten Farbtönen

 

Karminrot (Cochenille)

  • für sanftere Rottöne und die typisch rosigen Wangen der viktorianischen Kinder nutzte man ein Naturprodukt
  • getrocknete und zerriebene Cochenille Schildläuse, die massenhaft aus Südamerika importiert wurden

Zinnoberrot (Vermilion) 💥💥💥

  • dieses extrem feurige Rot wurde aus Quecksilbersulfid gewonnen
  • Vermillionrot gab den viktorianischen Weihnachtsmännern und auch den roten Rosen ihre intensive Farbe
  • Zinnoberrot war in der Herstellung hochtoxisch

 

viktorianische Glanzbilder: schwarze Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich schwarzen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich schwarzen Farbtönen

 

Elfenbeinschwarz (Beinschwarz)

  • gewonnen durch das Verkohlen von Tierknochen unter Luftabschluss - also im reduzierendem Brand
  • früher wurde das Elfenbeinschwarz tatsächlich aus echtem Elfenbein erzeugt 💥💥💥
  • Elfenbeinschwarz ergab das tiefste, schwärzeste Schwarz mit einem sehr edlen, leicht bläulichen Unterton

Rußschwarz (Lampenschwarz)

  • reiner Ruß von verbranntem Öl - tatsächlich von Lampen
  • das Lampenschwarz war extrem feinkörnig 
  • Lampenschwarz wurde für feine Konturenlinien eingesetzt

 

viktorianische Glanzbilder: violette Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich violetten Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich violetten Farbtönen

 

Mauvein (Anilinpurpur)

  • 1856 erfand der Chemiker William Perkin zufällig das erste künstliche Teerfarben-Pigment
  • es erzeugte ein leuchtendes Lila, das zuvor kaum stabil druckbar war: Anilinpurpur
  • das war eine absolute Weltsensation 
  • Anilinpurpur löste in der viktorianischen Mode und in der viktoriansichen Kunst eine richtige Lila-Manie aus. 

Kobaltviolett 💰💰💰

  • für zartere, mineralische Violetttöne um Flieder oder Veilchen farblich gut darzustellen nutzte man teures Kobaltphosphat

 

viktorianische Glanzbilder: weisse Farbpigmente

viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich weißen Farbtönen
viktorianische Glanzbilder gedruckt mit hauptsächlich weißen Farbtönen

 

Bleiweiß 💥💥💥

  • für die unschuldigen Gesichter von Engeln und Kindern oder auch für die Darstellung von glänzendem Schnee nutzte man Bleiweiß
  • es hatte die beste Deckkraft aller Zeiten
  • aber es führte bei den Arbeitern in der viktorianischen Ära in den Farbmühlen leider schleichend zu schweren Bleivergiftungen


Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts - ab ca. 1880 - wurden diese zum Teil sehr giftigen Pigmente langsam durch die neu erfundenen Anilinfarben ersetzt. Diese Teerfarben wurden in deutschen Chemielaboren entwickelt. 

 

Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?

 

Ich hoffe, ich habe das Geheimnis um die Brillanz der viktorianischen Glanzbilder etwas lüften können

eure Bastrota 

 

Markennamen werden hier rein beschreibend und zur Information verwendet. Details dazu findest du im Impressum


📅 Zuletzt aktualisiert am: 23.08.2026

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